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Berichte und Interviews.

PROJEKTBEISPIEL 1.
ESF-Projekt:

Avanta Steps 12.

Teilnehmer/innen: Langzeitarbeitslose

Projektträger:
Avanta München e.V.
Stahlgruberring 22
81829 München

Projektzeitraum: 16.03.2015 bis 15.03.2016
ESF-Mittel: 231.771,97 €
Standort: München

Frau am PC

PROJEKTBERICHT:

Schritt für Schritt weiterbilden.

Avanta Steps ist eine einjährige kaufmännische Qualifizierungsmaßnahme, die vom bayerischen ESF seit 2009 gefördert wird. Ihr Erfolg beruht darauf, dass sie für langzeitarbeitslose Menschen quasi ein Sprungbrett ist - zurück ins Berufsleben.

Etwa 230.000 Euro werden vom ESF für das aktuelle Projekt in der neuen Förderperiode zur Verfügung gestellt. In der Förderperiode 2007-2013 wurden bereits fünf Projekte durchgeführt, die auf eine sehr erfolgreiche Bilanz zurückblicken können.

83% der Teilnehmenden des Projekts Avanta Steps konnten nach der Beendigung der Bildungsmaßnahme anerkannte Zertifikate erlangen. Mit dem Europäischen Computerführerschein, dem European Communication Certificate für Sozialkompetenzen sowie den IHK-zertifizierten Qualifizierungsbausteinen für Büromanagement können sie am Arbeitsmarkt überzeugen.

Avanta München hält engen Kontakt zu Unternehmen, die Praktikumsplätze anbieten. Für die Teilnehmenden stellt ein Praktikumsplatz durch das Kennenlernen des betrieblichen Alltags und die realistische Erprobung im Arbeitsleben das Sprungbrett in ihre eigene berufliche Zukunft dar. Nach neun Monaten fachtheoretischem und –praktischem Unterricht folgt ein 14-wöchiges Praktikum.

Für einen bestimmten Anteil der Teilnehmenden bildet das erfolgreiche Absolvieren aller acht Qualifizierungsbausteine außerdem die Grundlage für einen verkürzten Zugang zur Externenprüfung bei der IHK. So können die bestandenen Prüfungen nach dem Bausteinprinzip das komplette Berufsbild Kaufmann/frau für Büromanagement abdecken.

Frauen schauen auf einen PC Bildschirm

ERFOLGSSTORIES:


Doris N., 46 Jahre:

„Nach der Qualifizierung konnte ich schnell eine Arbeit finden“

„…nach längerer Arbeitslosigkeit und Krankheit kam ich 2013 zu Avanta. Nach einem kurzen Aufenthalt im lettershop und der Personalabteilung im Rahmen einer AGH, startete ich im November den Steps Kurs. Hier wollte ich meine Kenntnisse auffrischen, denn ursprünglich bin ich ausgebildete Bürokauffrau. Nach meiner längeren Arbeitspause konnte ich mich nach meiner schwierigen Zeit im Kurs stabilisieren. Hier habe ich echte Freundinnen gefunden und sobald es um Zahlen ging, blühte ich auf.

Dank der Begleitung und der Motivation durch die Dozentinnen habe ich alle Prüfungen erfolgreich absolviert und eine tolle Praktikumsstelle gefunden. Nach mehreren Vorstellungsge-sprächen und auch mehreren Zusagen habe ich im Februar 2015 eine Festanstellung begonnen.

Im Kurs konnte ich mich gut integrieren und mein Selbstbewusstsein stärken. Insgesamt verbuche ich die Zeit bei Avanta als einen hundertprozentig gelungenen Neustart, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich.

Doris N., 46 Jahre,

Teilnehmerin bei Avanta München Steps 10 Advanced

(Nov. 2013 bis Nov. 2014)


Maja H., 34 Jahre:

„Meinen Wunsch, einen guten Arbeitsplatz zu finden, habe ich mir erfüllt“

„…bevor ich zu Avanta kam war ich 7 Monate arbeitslos. Vor meiner Arbeitslosigkeit war ich als Altenpflegehelferin tätig. Diese Tätigkeit konnte und wollte ich nicht mehr ausüben. Ich habe keine abgeschlossene Ausbildung und habe mit dem Steps Kurs meine Möglichkeiten einen Arbeitsplatz zu finden erweitert. Durch das integrierte Praktikum konnte ich die hier gelernten Kenntnisse und Fähigkeiten praktisch umsetzen.

Bei Avanta habe ich wirklich viel gelernt. Heute arbeite ich Vollzeit in der Disposition meines ehemaligen Praktikumsbetriebes. Meinen Wunsch, einen Arbeitsplatz zu finden, der mir gefällt, habe ich mir erfüllt. “

Maja H., 34 Jahre,

Teilnehmerin bei Avanta München Steps 10 Advanced

(Nov. 2013 bis Nov. 2014)

PROJEKTBEISPIEL 2.
ESF-Projekt:

Zukunftsprojekt Faszination Technologien.

Teilnehmer/innen:
Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 12

Projektträger:
Initiative Junge Forscher e. V.
Josef-Martin-Weg 52
97074 Würzburg

Projektzeitraum: 01.02.2011 bis 31.12.2013, Folgeprojekt bis 30.06.2015
ESF-Mittel: 1.971.969,60 €
Standort: bayernweit

PROJEKTBERICHT:

Faszinieren für die Zukunft.

Innovative Zukunftstechnologien und Naturwissenschaften wie Nanotechnologie, Bionik, Photonik oder Erneuerbare Energien sind im Lehrplan deutscher Schulen kaum präsent. Das Projekt „Faszination Technologien“ der Initiative Junge Forscher e. V. (IJF) aus Würzburg bringt dieses Wissen direkt in die Schulen. Ziel ist, junge Menschen für Naturwissenschaften zu begeistern und gezielt zu fördern.

Das Projekt ist in mehrere Module aufgeteilt: Fortbildungen für Lehrkräfte, Technik-Wettbewerbe, ein Experimentarium (Technikwerkstatt und Labor) in Würzburg. Dreh- und Angelpunkt ist das NanoShuttle, das an bayerischen Schulen unterwegs ist.

„Der Erfolg überrollt uns. Die Module sind sehr begehrt. Für die Schulbesuche besteht eine Warteliste bis zu einem halben Jahr. Die gesamten Angebote sind kostenfrei und nur durch Fördermittel finanzierbar. Hier gilt dem Europäischen Sozialfonds unser besonderer Dank“, sagt Dr. Ruth J., Wissenschaftliche Referentin der IJF und promovierte Biologin.

Fast zwei Millionen Euro werden vom ESF für das Projekt zur Verfügung gestellt. Davon bezahlt werden unter anderem die vielen Doktoranden, die im Auftrag der IJF an Schulen unterwegs sind und durch praxisnahe Beispiele Lust auf technologisch und wissenschaftlich orientierte Berufe machen.

„Für mich selbst ist das natürlich auch eine gute Übung, denn ich muss in einfachen Worten komplexe Zusammenhänge erklären“, sagt der Diplom-Chemiker Matthias B., der gerade seine Doktorarbeit am Fraunhofer Institut in Würzburg schreibt. „Ich habe 2005 am selben Gymnasium Abitur gemacht. Schon damals hat mein Chemielehrer Info- und Projekttage organisiert. Aufgrund dieser Erlebnisse habe ich mich dazu entschlossen, Chemie zu studieren. Durch meine Beteiligung am IJF-Projekt möchte ich davon etwas zurückgeben.“

Am Jack-Steinberger-Gymnasium in Bad Kissingen, wo die IJF ebenfalls einen Projekttag durchführt, werden die Naturwissenschaften besonders gefördert. Die Jugendlichen nehmen regelmäßig an renommierten Wettbewerben wie „Jugend forscht“ teil – und erringen viele Schulpreise. „Wir haben uns diesbezüglich einen Namen gemacht und sind sehr stolz darauf“, betont Agnes B., Studienrätin. Weiter erläutert sie: „Der Erfolg unserer Wirtschaft baut zum Großteil auf technologisches Wissen. Dadurch und durch unser exaktes Arbeiten sind wir Deutschen anderen Ländern gegenüber konkurrenzfähig. Damit das so bleibt, ist es sehr wichtig, unsere Schülerinnen und Schüler für das Thema zu begeistern. Nur so werden wir auch in Zukunft genügend Fachkräfte wie beispielsweise naturwissenschaftliche Akademiker haben.“

Die Initiative Junge Forscher e. V. hält engen Kontakt zu Unternehmen, die das Projekt als Kooperationspartner unterstützen. Zum Beispiel durch Anschauungsmaterial, neues Equipment und berufsorientierte Schnuppertage oder Praktika.

Durch diese vernetzte Strategie der Nachwuchsförderung in Bayern werden optimale Rahmenbedingungen für die künftige Generation junger Forscherinnen und Forscher geschaffen.


TEILNEHMER IM INTERVIEW:

„Technologie in der Praxis: ja, bitte!“

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme an diesem Projekttag?
„Wir alle belegen ein von der Schule angebotenes W-Seminar Nanotechnologie (Wissenschaftsseminar) und schreiben dazu auch eine Seminararbeit. Deshalb finden wir es toll, mal aus erster Hand zu erfahren, was es so an neuen Technologien und Möglichkeiten gibt.“

Wissen Sie schon, was Sie nach der Schule machen möchten?
Simone K.: „Ich würde ja unglaublich gerne Chemie studieren. Da bin ich zwar als Mädchen noch fast die einzige, aber das stört mich nicht groß. Auch im W-Seminar sind hauptsächlich Jungs. Aber das kann ja auch ein Vorteil sein, meint meine Lehrerin.“

Jonathan R.: „Ich könnte mir vorstellen, irgendwas mit Naturwissenschaften zu machen. Die letzten drei Jahre habe ich mich sehr stark damit beschäftigt und bin immer wieder fasziniert, wie alles zusammenhängt, gerade in der Nanotechnologie.“

Thomas M.: „Ich würde gerne Chemie und Nanotechnologie studieren. Das ist mir durch die Projekttage an der Schule so richtig klar geworden. Und später in einem tollen internationalen Unternehmen arbeiten. Mal raus aus Deutschland, das wär’s.“

Victoria B.: „Ich persönlich möchte gerne Lehramt studieren und Gymnasiallehrerin für Sport und Spanisch werden. In den Naturwissenschaften machen mir Experimente mehr Spaß als die reine Theorie.“

 

PROJEKTBEISPIEL 3.
ESF-Projekt:

Helfer in Handwerk und Dienstleistung.

Teilnehmer/innen:
Langzeitarbeitslose

Projektträger:
quin.akademie GmbH
Stadtfeldstraße 11
94469 Deggendorf

Projektzeitraum: 02.01.2012 bis 21.12.2012, Folgeprojekt vom 07.01. bis 13.12.2013 beantragt
ESF-Förderung: 417.175,46 €
Teilnehmer: 80


PROJEKTBERICHT:

Mehr als nur Arbeit.

Ausgrenzung und Vereinsamung sind bei Menschen, die schon lange arbeitslos sind, keine Seltenheit. Um aus diesem Kreis auszubrechen, ist es wichtig, neue Hoffnung zu schöpfen. Ein Hoffnungsträger ist das Projekt „Helfer in Handwerk und Dienstleistung“ der quin.akademie GmbH in Deggendorf.

Hier werden vor allem Langzeitarbeitslose qualifiziert, um sie wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Sie gelten aus verschiedenen Gründen als schwer vermittelbar. Zum Beispiel weil sie gesundheitlich beeinträchtigt sind, aufgrund ihres Alters keinen Job mehr bekommen oder keine abgeschlossene (Berufs-)Ausbildung haben. Sie alle sollen den täglichen Arbeitsrhythmus neu kennenlernen und einen neuen Motivationsschub erhalten.

Das Projekt „Helfer in Handwerk und Dienstleistung“ ist mehr als nur eine reine Qualifizierungsmaßnahme. Es geht um die intensive Auseinandersetzung mit den persönlichen Fähigkeiten, den „Menschen dahinter“ besser kennenzulernen und besser in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln zu können.

„Im Prinzip ist es eine Art Langzeittest“, so Ute B.-G., die das Projekt leitet. „Wir schauen uns die Teilnehmer genau an und sehen dann, wie und wo sie am besten einsetzbar sind“. Die Teilnehmer werden nicht einfach durchgeschleust, sondern persönlich gefördert. Dazu gehört eine sozialpädagogische Betreuung genauso wie eine Schulden- oder Suchtberatung.

Der Erfolg: Im Projektjahr 2011 wurden 50 Prozent der Teilnehmenden in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Im Folgejahr waren es 35 Prozent. „Es kommt natürlich immer darauf an, welche Personen teilnehmen“, meint Ute B.-G. „In 2012 hatten viele der Teilnehmer starke gesundheitliche Beschwerden. Diese können wir schon alleine aufgrund der Fehlzeiten nicht so gut vermitteln.“

Innerhalb eines Jahres werden ca. 80 Personen qualifiziert. Finden sie Arbeit, rücken weitere nach. So können jährlich bis zu 115 Personen von dem Projekt profitieren.

Alle Teilnehmenden durchlaufen Praktika in den Bereichen Schreinerei, Landschaftspflege, Gastronomie/Hauswirtschaft und Elektronik bzw. Elektrotechnik. Zusätzlich werden Kurse angeboten (z. B. EDV). Nach etwa drei Monaten machen die Teilnehmer, ihrer Eignung entsprechend, Betriebspraktika in Unternehmen. Im Anschluss folgt eine weitere intensive Schulung.

„Der ESF fördert unsere Projekte bereits seit zehn Jahren. Dafür sind wir sehr dankbar. Der Antrag wirkt auf den ersten Blick sehr aufwendig, aber es lohnt sich. Und wenn man es zwei- oder dreimal gemacht hat, bekommt man schnell Routine,“ meint Johann L., Geschäftsführer der quin.akademie.

TEILNEHMER IM INTERVIEW:

Michael E., 58 Jahre aus Metten
Langzeitarbeitslose

Harte Arbeit? Kein Problem.

Michael E. ist erst seit einigen Monaten arbeitslos. Allerdings hat ihm das JOBCENTER in Deggendorf aufgrund seines Alters empfohlen, möglichst schnell an einem Qualifizierungsprojekt teilzunehmen. Der gelernte Kfz-Mechaniker hatte lange als Maschinist gearbeitet und dort immer wieder seine Reparaturkompetenz unter Beweis gestellt. Danach arbeitete er in Steinbrüchen, ließ sich als Sprengberechtigter qualifizieren und fuhr Schwertransporte und Autokräne. Als die letzte Firma, für die er gearbeitet hatte, verkauft wurde, hielt er sich zwei Jahre lang mit Teilzeitarbeit über Wasser, vor allem als Fahrer. Mit dem Verlust seines Führerscheins verlor er auch diese Arbeit.

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme an diesem Projekt?
„Ich möchte noch etwas dazulernen – aber vor allem die Zeit überbrücken, bis ich wieder meinen Führerschein bekomme und mich als Fahrer bewerben kann. Denn nur untätig zu Hause rumzusitzen, ist nichts für mich.“

Hat sich durch die Teilnahme schon etwas für Sie verändert?
„Innerhalb kürzester Zeit habe ich viel dazugelernt und konnte in neue Bereiche reinschnuppern. Vor allem die Elektrotechnik interessiert mich. Und der Computerkurs bringt mich auch weiter.“

Was würden Sie sich nach dem Projekt wünschen?
„Eigentlich möchte ich gerne wieder zurück in meinen alten Beruf. Ich habe es geliebt, Autokräne und Schwertransporter zu steuern. Wenn das gar nicht geht, hoffe ich auf eine andere gute Arbeit.“


Silvia H., 43 Jahre aus Egg

Reparieren statt waschen.

Silvia H. hat schon lange mit der Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Zwei Bandscheibenvorfälle haben ihr das Leben schwer gemacht. Dazu kommt, dass sie keine abgeschlossene Berufsausbildung hat. Viele Jahre war sie im Rettungsdienst tätig. Die letzten zwei Jahre hat sie 1,50-Euro-Jobs ausgeübt. Da sie nun bereits seit zehn Jahren arbeitslos ist, hat das JOBCENTER in Straubing sie auf das ESF-Projekt aufmerksam gemacht.

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme an diesem Projekt?
„Ich weiß, dass ich nur schwer einen Job bekomme, weil ich nichts gelernt habe. Jetzt möchte ich nicht schon wieder den x-ten Bewerbungskurs machen, sondern wirklich etwas lernen.“

Hat sich durch die Teilnahme schon etwas für Sie verändert?
„Ich bin gerade erst zum Schnuppern da und kann daher noch nicht viel sagen. Was mir jedoch sehr gefällt, ist die Elektrotechnik. Zum Beispiel wird uns gezeigt, wie man Waschmaschinen repariert.“

Was würden Sie sich nach dem Projekt wünschen?
„Mein größter Wunsch ist, wieder eigenes Geld zu verdienen und nicht vom Staat leben zu müssen. Und sich endlich wieder mal etwas leisten können, ohne jeden Cent umzudrehen.“


Katharina F., 27 Jahre aus Hengersberg

Pflegende Hände.

Katharina F. hat ihre Ausbildung als Kinderpflegerin absolviert, was ihr auch sehr gut gefallen hat. Leider wurde sie nicht übernommen. Danach war sie in einem Schülerwohnheim und einem Pflegeheim tätig. Um sich weiter zu qualifizieren und von einem „sicheren Hafen“ aus zu bewerben, ist sie auf den Vorschlag ihres Arbeitsvermittlers eingegangen, am Projekt „Helfer in Handwerk und Dienstleistung“ teilzunehmen.

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme an diesem Projekt?
„Eigentlich möchte ich gerne wieder in meinen alten Beruf zurück oder eine kaufmännische Ausbildung machen. Da hilft mir natürlich der angebotene EDV-Kurs weiter. Landschaftsbau und Gartenpflege finde ich aber auch interessant.“

Hat sich durch die Teilnahme schon etwas für Sie verändert?
„Ich bin noch nicht so lange hier. Was für mich hilfreich ist, ist die Routine. Also jeden Tag um 8 Uhr aufstehen und bis 16 Uhr arbeiten.“

Was würden Sie sich nach dem Projekt wünschen?
„Ich möchte gerne wieder als Kinderpflegerin arbeiten oder überhaupt einen pflegenden Beruf ausüben.“


Eduard P., 60 Jahre aus Plattling

Vom Heizungsmonteur zur Holzmontage.

Eduard P. ist gelernter Heizungsbauer und arbeitete 20 Jahre lang als Monteur, bevor seine Firma 2002 Insolvenz anmeldete. Seitdem ist er immer wieder arbeitslos und schlägt sich mit Teilzeitarbeit durch. Über die 50-plus-Initiative des Arbeitsamts und dank seiner handwerklichen Fähigkeiten schlug ihn sein Vermittler für das Projekt „Helfer in Handwerk und Dienstleistung“ vor.

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme an diesem Projekt?
„Ganz ehrlich: Ich bin jetzt 60 Jahre und lebe schon länger von Hartz-IV. Ich verspreche mir nicht mehr so viel.“

Hat sich durch die Teilnahme schon etwas für Sie verändert?
„Es macht mir Spaß, in der Schreinerei oder im Gartenbau zu arbeiten. Dadurch bekommt man noch mehr praktische Erfahrung und lernt auch was fürs Leben.“

Was würden Sie sich nach dem Projekt wünschen?
„Im Prinzip möchte ich noch möglichst gut die Zeit bis zur Rente überbrücken.“

PROJEKTBEISPIEL 4.
ESF-Projekt:

Qualifizierung von schwerbehinderten Menschen KB1.

Teilnehmer/innen:
Menschen mit Behinderung
Menschen v. a. mit psychischer Erkrankung

Projektträger:
Werkhof Regensburg gGmbH
Auweg 32
93055 Regensburg

Projektzeitraum: 11.06.2012 bis 10.06.2013
ESF-Förderung: 123.720,00 €
Teilnehmer: 18

PROJEKTBERICHT:

Der WERKHOF Regensburg nutzt bereits mehr als zehn Jahre ESF-Mittel. Aktuell werden vier Maßnahmen vom ESF gefördert. Eine davon ist in Kastell Windsor untergebracht – ein kleines, entlegenes Dorf mitten im Bayerischen Wald. Hier werden benachteiligte Menschen so weit qualifiziert und stabilisiert, dass eine Integration ins Berufsleben möglich wird.

Die sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind psychisch krank und/oder haben eine körperliche Behinderung. Viele davon befinden sich parallel in Behandlung bzw. Therapie. Umso wichtiger ist es, sie durch regelmäßige Tätigkeiten für den Alltag zu stabilisieren und gleichzeitig ihre Sozialkompetenz zu erhöhen.

„Es geht vor allem darum, wieder eingebunden zu sein, in einer Gruppe zu arbeiten und letztlich durch die verschiedenen Tätigkeiten das Selbstwertgefühl zu steigern“, berichtet Helga B., Projektleiterin und Betreuerin.

Die Qualifizierung erfolgt durch praktische Arbeit in der eigenen Schreinerei, Landschaftspflege, Gastronomie/Hauswirtschaft – mit zusätzlichen theoretischen Kursen wie z. B. einem EDV-Kurs. Eine gesundheitsorientierte Lebensführung wird ebenfalls gefördert – durch bewusste Ernährung, Sport und Entspannungsübungen. Hinzukommt ein persönliches Coaching – von der Konfliktbewältigung über Selbstsicherheitstraining bis zu Bewerbungstrainings. Aufgeteilt ist das Jahr in drei Module:

1. Modul: Schnuppertage, um zu erfahren, für was man geeignet ist.
2. Modul: dreimonatiges Praktikum mit Theorie im Kastell Windsor.
3. Modul: Praktikum in Betrieben in Straubing und Umgebung oder ein internes WERKHOF-Praktikum.

„Durch die kleine Gruppe können wir auf jeden individuell eingehen und feststellen, für welche Art von Arbeit die Teilnehmer geeignet sind bzw. ob sie überhaupt schon wieder arbeitsfähig sind“, so Wolfgang Holst, Leiter des Zweckbetriebs.


TEILNEHMER IM INTERVIEW:

Sonja H., 31 Jahre aus Burglengenfeld

Mehr Selbstbewusstsein erfahren.

Sonja H. ist gelernte Kfz-Mechanikerin. Nach der Ausbildung wurde sie aufgrund struktureller Veränderungen nicht übernommen und war dann ein halbes Jahr arbeitslos. Jahrelang hielt sie sich mit Teilzeitjobs über Wasser. Die schwierigen Lebensumstände führten zu einer starken Depression, die sie nahezu arbeitsunfähig machte. Daraufhin wurde sie vom JOBCENTER an den Werkhof vermittelt.

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme an diesem Projekt?
„Dass ich wieder mehr Selbstbewusstsein tanke – zeigen kann, dass ich noch was wert bin, selbst wenn ich nicht so viel arbeiten kann.“

Hat sich durch die Teilnahme schon etwas für Sie verändert?
„Ich habe wieder mehr Zutrauen bekommen. Auch kann ich mich jetzt besser durchsetzen, wenn es darum geht, im Team zu arbeiten. Früher hab’ ich mich da eher zurückgezogen. Außerdem sitze ich jetzt nicht mehr ständig zu Hause, sodass meine Gedanken nicht mehr nur um mich selbst kreisen.“

Was würden Sie sich nach dem Projekt wünschen?
„Durch meine psychische Erkrankung kann ich nicht voll am Berufsleben teilnehmen. Aber wenigstens wieder Teilzeit zu arbeiten, das wäre mein Traum. Seit Mitte Juni 2011 fahre ich für den Werkhof zweimal die Woche Wäsche aus. Das macht mir Spaß. So etwas würde ich gerne weitermachen.“

Manfred D., 45 Jahre aus Straubing

Ein Kajak fürs Leben.

Manfred D. hat nach acht Jahren die Schule abgebrochen und sich als Monteur am Bau durchgeschlagen. Vor allem für Fassaden und Dächer wurde er gerne eingesetzt. Er liebte die Arbeit an der frischen Luft – bis er wegen starker Rückenbeschwerden nicht mehr arbeiten konnte. In dieser Zeit pflegte er seine Lebenspartnerin, die im Alter von 28 Jahren ihrer Krankheit erlag. Die Arbeitslosigkeit mit folgender Privatinsolvenz, schwere familiäre Schicksalsschläge und seine Rückenschmerzen führten zu einer schweren Depression. Täglich fährt er jetzt mit dem Bus ins 36 Kilometer entfernte Kastell Windsor, um am ESF-Projekt teilzunehmen.

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme an diesem Projekt?
„Ich bin mir noch nicht sicher. Gut finde ich, dass die Leute hier persönlich auf einen eingehen. So werden auch zusätzliche Kurse wie z. B. Yoga angeboten. Dadurch kann ich meine Rückenschmerzen besser in den Griff bekommen.“

Hat sich durch die Teilnahme schon etwas für Sie verändert?
„Mein größter Wunsch ist, ein Kajak aus Holz zu bauen. In der Schreinerei habe ich bereits angefangen, Formen dafür zu bauen, sodass ich am Ende des Projekts hoffentlich mit meinem eigenen Kajak auf der Donau fahren kann. Darauf wäre ich sehr stolz.“

Was würden Sie sich nach dem Projekt wünschen?
„Ich möchte weg von Hartz IV und weg von den JOBCENTERN. Am liebsten wäre mir eine Halbtagesstelle, um wieder ein einigermaßen eigenständiges Leben führen zu können.“

PROJEKTBEISPIEL 5
ESF-Projekt:

INTERACTA 4.

Teilnehmer/innen:
Menschen mit Migrationshintergrund
Arbeitslose Akademikerinnen mit Migrationshintergrund

Projektträger:
WiSo-Führungskräfte-Akademie (WFA)
Klingenhofstraße 58
90411 Nürnberg

Projektzeitraum: 01.09.2012 bis 02.08.2013
ESF-Mittel: 102.915,00 €
Teilnehmer: 25

PROJEKTBERICHT:

Internationale Kompetenzen ausschöpfen.

Akademikerinnen mit Migrationshintergrund sind eine wertvolle Personalressource für Unternehmen. Sie bringen neben fundierten Fachkenntnissen auch internationales Know-how ein. Um diese Potenziale auszuschöpfen, gibt es ein innovatives Projekt an der WiSo-Führungskräfte-Akademie in Nürnberg.

INTERACTA 4 unterstützt Frauen, die in ihrem Land studiert oder sogar promoviert haben und jetzt in Deutschland Karriere machen möchten. Sie kommen aus Südamerika, Asien, dem Nahen Osten, West- oder Osteuropa. Rund die Hälfte von ihnen sind Wirtschaftswissenschaftlerinnen, die anderen kommen aus unterschiedlichen Bereichen – von Geisteswissenschaften bis Medizin.

Bei INTERACTA 4 steht die Erhöhung beruflicher Integrationschancen im Vordergrund. Die Teilnehmerinnen sollen sich am Arbeitsmarkt in Deutschland zurechtfinden. Innerhalb eines Jahres erfahren sie unter anderem, welche Kompetenzen und Soft Skills sie hervorheben müssen, um bei einer Bewerbung erfolgreich zu sein.

INTERACTA 4 gibt es bereits seit 2009. Innerhalb der ersten drei Jahre wurden einzigartige Erfolge erzielt: 57 Prozent der Absolventinnen haben nach einer Qualifizierung ihre Karriere bei deutschen Unternehmen begonnen. Über 35 Unternehmen und Institutionen der Metropolregion Nürnberg unterstützen die Teilnehmerinnen aktiv durch Praktika und Aktionstage.

„Wir geben internationalen Akademikerinnen die Möglichkeit, sich an die deutsche Arbeitskultur heranzutasten“, berichtet Oxana M., Kursleiterin, und weiter: „Die Motivation sich zu integrieren, ist bei unseren Teilnehmerinnen groß, häufig fehlt es jedoch an Detailwissen, wie der berufliche Einstieg für eine Karriere in Deutschland ablaufen kann.“

INTERACTA 4 gliedert sich in drei Phasen. In der ersten Phase werden von rund 60 Bewerberinnen 25 bis 30 ausgewählt. Die zweite Phase gliedert sich in sechs Seminar-Themenblöcke. Mit insgesamt 1.032 Unterrichtsstunden erfolgt eine gezielte sprachliche, soziale, kulturelle und kaufmännische Fortbildung. In der dritten Phase wird dann die praktische Arbeit vertieft. Dabei stehen die persönlichen Kenntnisse und Fähigkeiten im Vordergrund, die in einem Unternehmenspraktikum erprobt werden können.

„Unsere Teilnehmerinnen sind häufig zwei- bis dreisprachig mit hoher fachlicher Kompetenz und länderspezifischen Marktkenntnissen. Gerade für international agierende Firmen ist das ein wertvoller Faktor“, meint Sylvia K., Projektleiterin von INTERACTA 4. „Wir sind froh, dass wir durch den ESF unterstützt werden, um weiterhin so erfolgreich internationalen Akademikerinnen in Deutschland eine Chance geben zu können.“

TEILNEHMER IM INTERVIEW:

Paulina S., 31 Jahre aus Mexiko

Teaser-03

Das positive Gefühl zählt.

Paulina S. ist in Mexiko geboren und aufgewachsen. Seit 2009 lebt sie in Nürnberg, der Liebe wegen. In Mexiko hat sie drei Jahre Betriebswirtschaft studiert und anschließend ihren Master im Bereich Global Marketing gemacht. An ihrer Universität wurde sie nach ihrem erfolgreichen Abschluss Leiterin für Marktforschungsprojekte. In Deutschland konnte sie bis jetzt beruflich noch nicht Fuß fassen. Die letzten Jahre hat sie vor allem damit zugebracht, die Sprache zu lernen. Parallel dazu hat sie für eine mexikanische Agentur als Freiberuflerin gearbeitet.

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme an diesem Projekt?
„Ich möchte die deutsche Arbeits- und Unternehmenskultur besser kennenlernen, um bei der Bewerbung zu punkten. Außerdem möchte ich hier meine Kompetenzen trainieren, noch mehr dazulernen.“

Hat sich durch die Teilnahme schon etwas für Sie verändert?
„Es ist wirklich gut für die Motivation. Ich bin mit Gleichgesinnten zusammen und freue mich täglich auf den Austausch. Das positive Gefühl, dass man wirklich was kann, wird hier sehr stark vermittelt.“

Was würden Sie sich nach dem Projekt wünschen?
„Ich möchte gerne meine neunjährige Erfahrung im Marketing wieder einsetzen. Am besten bei einem Marktforschungsunternehmen. Denn für mich ist meine Arbeit nicht nur ein Beruf, sondern auch Berufung.“


Arisbet R., 38 Jahre aus Mexiko, deutsch-mexikanische Staatsbürgerschaft

Selbstbewusst nach vorne blicken.

Arisbet R. hat in Mexiko Verwaltungsinformatik studiert und war in der staatlichen Hafenverwaltung als Marketingassistentin tätig. Schon nach kurzer Zeit wurde sie Abteilungsleiterin für den Bereich Statistik. Später arbeitete sie für SIEMENS als Projektkauffrau in Nordmexiko. Dort lernte sie auch ihren jetzigen deutschen Mann kennen und zog mit ihm 2005 nach Erlangen. 2006 brachte sie ihren Sohn zur Welt. Während einer ehrenamtlichen Tätigkeit in Erlangen hat sie vom Projekt INTERACTA 4 erfahren.

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme an diesem Projekt?
„Es ist nicht einfach, eine Arbeit zu finden. Ich habe sechs Jahre meinen Sohn großgezogen und wünsche mir daher wertvolle Tipps fürs Berufsleben und die Bewerbung. Außerdem möchte ich neue Potenziale an mir entdecken.“

Hat sich durch die Teilnahme schon etwas für Sie verändert?
„Ich habe schon jetzt mehr Selbstbewusstsein, was meine Arbeit angeht. Jetzt weiß ich, dass ich mich nicht zu verstecken brauche. Mein Deutsch, das zwar schon ganz gut ist, wird durch die Teilnahme täglich besser. Endlich werde ich wieder mental gefordert.“

Was würden Sie sich nach dem Projekt wünschen?
„Ich wünsche mir eine Stelle, wo ich mich wohlfühlen kann und Spaß an der Arbeit habe. Nach der Teilnahme würde ich gerne aus einer Vielzahl an Stellenangeboten wählen können. Das wäre mein Traum.“

 

Sahar K., 44 Jahre aus dem Irak, deutsche Staatsbürgerschaft

Von der Familienmanagerin zur IT-Expertin.

Sahar K. ist in Bagdad geboren. Dort studierte sie Computerwissenschaften und machte ihr Diplom in Datensicherheit. Bevor sie im Jahr 2000 nach Deutschland kam, arbeitete sie als Trainerin an vier verschiedenen Instituten und war Mitbegründerin eines Microsoft-Trainingszentrums. Nachdem sich die politische Lage im Irak zuspitzte, beschlossen sie und ihr Mann, nach Deutschland zu gehen. Seitdem war sie hauptsächlich für ihre Kinder da und ließ sich als IT-Administratorin für Microsoft und Cisco Systems zertifizieren.

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme bei INTERACTA?
„Ich möchte mehr Sicherheit bekommen und dann eine geeignete Stelle suchen. Mir geht es vor allem darum, meine Vorzüge und Persönlichkeit herauszuarbeiten.“

Hat sich durch die Teilnahme schon etwas für Sie verändert?
„Ich finde es toll unter Frauen zu sein, die häufig das gleiche Problem haben. Wir geben uns Hilfestellungen und Ratschläge. Außerdem macht Übung den Meister. Die praxisorientierten Lehrgänge wie Bewerbungs- und Kompetenztrainings sind super.“

Was würden Sie sich nach dem Projekt wünschen?
„Ich würde gerne wieder eine Stelle im IT-Bereich bekommen. Am besten natürlich als Trainerin oder Datenbank-Administratorin. Meine Kinder sind mittlerweile selbstständig, ich kann also voll durchstarten.“

 

Liudmyla D., 36 Jahre aus der Urkaine

Den Doktortitel sinnvoll nutzen.

Liudmyla D. kommt aus der Ukraine. Als promovierte Betriebswirtschaftlerin und Krisenmanagerin arbeitete sie jahrelang als Dozentin an der Staatlichen Agraruniversität in Bila Cerkva. Während dieser Zeit brachte sie ihre Tochter zur Welt. Seit 2010 lebt sie in Deutschland. Die Zeit nutzte sie, um in einer Sprachschule Deutsch zu lernen. Da sie nicht arbeitslos gemeldet ist, wandte sie sich aus eigener Initiative an die Arbeitsagentur, um sich über berufliche Integrationsprogramme zu informieren. So wurde sie auf INTERACTA 4 aufmerksam.

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme bei INTERACTA?
„Ich bin fachlich sehr gut. Allerdings fehlen mir noch viele deutsche Begriffe im Wirtschaftsbereich, die ich mir gerne aneignen möchte. Somit habe ich mehr Selbstvertrauen, wenn ich mich bewerbe.“

Hat sich durch die Teilnahme schon etwas für Sie verändert?
„Ich habe mehr Sicherheit bekommen, auch was die Sprache angeht. Jeden Tag denke ich: Genau so etwas wollte ich machen, um weiterzukommen.“

Was würden Sie sich nach dem Projekt wünschen?
„Ein kleiner Traum ist schon in Erfüllung gegangen: Ab Februar 2013 unterrichte ich an der VHS Erlangen Russisch. Und dann würde ich natürlich gerne wieder in meinem Bereich Fuß fassen.“
 

Zusätzliche Informationen

Kontakt

ESF Verwaltungsbehörde in Bayern
Winzererstraße 9
80797 München
Tel. 089 1261-01

Ansprechpartner

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